Bärbel Bohley - Tagebuch einer Auflehnung

Bärbel Bohley steht im Zentrum eines Porträtfilms von Fosco Dubini und Barbara Marx. Grundlage bilden ihre Tagebuchaufzeichnungen, die Einblicke in ihr Denken und Handeln geben. Ergänzend kommen Weggefährtinnen und Weggefährten zu Wort, darunter Freundinnen, Freunde sowie Mitstreiterinnen und Mitstreiter aus der Bürgerrechtsbewegung der DDR. In ihren Erinnerungen zeichnen sie das Bild einer Frau, die sich entschlossen für Freiheit und Menschenrechte einsetzte.
Ba¨rbel Bohley war eine ostdeutsche Ku¨nstlerin und Bu¨rgerrechtlerin. Sie wurde 1988 als Oppositionelle in der DDR verhaftet und zwangsweise in den Westen abgeschoben. U¨ber die Zeit in Westdeutschland und ihre Reisen nach England, Frankreich und Italien, sowie ihre Begegnungen mit westeuropäischen Intellektuellen und Politikernund Politikerinnen fu¨hrte sie ein Tagebuch als Zeugnis ihres ungebrochenen Widerstands. Nach 6 Monaten erka¨mpfte sie ihre Ru¨ckkehr in die DDR – ein einmaliger Vorgang. Sie wurde Mitbegru¨nderin der Bu¨rgerrechtsbewegung ‚Neues Forum‘ und das prominente Gesicht der friedlichen Revolution 1989. Sie verstarb 2010 an Krebs.
Die kurze intensive Phase radikaler Vera¨nderung 1988–89 in der DDR steht im Fokus des Films. Parallel zu den Stationen des Tagebuchs, denen die Filmerzählung folgt, schildern enge Freunde und Mitstreiterinnen ihre eigenen Erfahrungen mit der Staatssicherheit, den perfiden Unterdru¨ckungsmaßnahmen und den Haftbedingungen im Gefa¨ngnis Berlin Hohenscho¨nhausen. Auch die Frage, ob politische Ha¨ftlinge in den Gefa¨ngnissen mo¨glicherweise radioaktiv verstrahlt wurden, wirft ein neues Licht auf das Regime der DDR. Zudem ergänzen die Protagonisten und Protagonistinnen die eigenen Aussagen Bohleys durch ihre Perspektive auf ihre Ausbürgerung und ihre Biografie.
