Der Aufenthalt

Oktober 1945. Der 19-jährige deutsche Kriegsgefangene Mark Niebuhr kommt mit anderen Gefangenen auf einem Warschauer Bahnhof an. Eine polnische Frau glaubt, in ihm den SS-Offizier zu erkennen,,der ihre Tochter ermordet hat. Niebuhr kommt in Haft. Er erlebt den Hass polnischer Mitgefangener und wird bei Arbeitseinsätzen zu den gefährlichsten Aufgaben eingeteilt. Niebuhr kommt in eine Zelle, wo,deutsche Kriegsgefangene sitzen. Hier herrscht eine strenge militärische Ordnung, die auf den einstigen Dienstgraden basiert. Langsam erkennt Niebuhr, dass er mit Mördern, Henkern und Kriegsverbrechern zusammensitzt. Er distanziert sich und wird von ihnen ausgestoßen.
In seinem 1977 erschienenen Roman Der Aufenthalt verarbeitete der Schriftsteller Hermann Kant (1926–2016) seine eigenen Erlebnisse während der polnischen Kriegsgefangenschaft zwischen 1945 und 1949 Auf die Intervention des polnischen Botschafters verhinderte die DDR-Regierung, dass der Film auf der Berlinale 1983 in Westberlin laufen durfte, obwohl ihm beste Chancen auf einen Preis eingeräumt wurden. Der Film wurde auf dem Nationalen Spielfilmfestival mit fünf Preisen ausgezeichnet. Mit diesem Film legte Frank Beyer erneut ein Meisterwerk vor.
