Everytime

Das letzte Foto, das Jessie gemacht hat, zeigt die Sonne über Berlin. Sie hängt da, als wäre nichts geschehen. Aber Ella hat ihre Tochter verloren. Was ihr bleibt, ist Jessies kleine Schwester und die komplizierte Beziehung zu dem Jungen, dem alle die Schuld geben. Das merkwürdige Trio landet in einem Familienurlaub, den es so nie gab. Unter der flirrenden Sonne Teneriffas verweben sich Erinnerung und Gegenwart unauflöslich ineinander. Die Geister sind überall.
"Everytime" ist radikal sinnliches Kino über die Unmöglichkeit, einen Verlust zu begreifen, und
über die seltsame Gleichzeitigkeit von Vergangenheit, Gegenwart und möglicher Zukunft.
Sandra Wollner treibt mit "Everytime" ihren Stil auf eine neue, atemraubende Ebene: in jeder Einstellung unendlich überraschend, in jedem Moment auf der Kippe zwischen Diesseits und dem, was jenseits der Sprache liegt. Kameramann Gregory Oke findet Bilder von verstörender Schönheit: nah und zugleich entrückt,
körperlich und traumwandlerisch, in jedem Lichteinfall zugleich Trost und Wunde.
Ein Film, den niemand, der ihn bei den diesjährigen Filmfestspielen in Cannes gesehen hat,
vergessen wollte. "Everytime" gewann dort den Hauptpreis der Sektion Un Certain Regard Cannes 2026
