Märkische Forschungen...DEFA-FILM

Max von Schwedenow, ein vergessener märkischer Dichter vergangener Zeiten, fu¨hrt den Literaturprofessor Menzel und den Landlehrer und Freizeitforscher Pötsch zusammen. Es könnte Freundschaft werden, kehrt sich aber schnell in Rivalität, denn Pötschs unbekümmerter Forscherdrang, der in dem Dichter von Schwedenow eine ihm selbst sehr verwandte verwundbare Persönlichkeit entdeckt, gefährdet Menzels harmonische Version vom Ende dieses Dichterlebens. Menzel, dessen Publikation kurz vor der Veröffentlichung steht, will sich durch derartige Theorien eines kleinen Schulmeisters nicht stören lassen. Pötsch geht fast an diesem Dissens zugrunde und verstrickt sich in Beweisketten, deren Nutzlosigkeit er nicht mehr erkennen kann. Der DEFA-Regisseur Roland Gräf verfilmte den gleichnamigen Roman von Gu¨nter de Bruyn in der DDR des Jahres 1982, ganz sicher nicht absichtslos: Gegenspieler sind der wahrheitsliebende Landlehrer Pötsch und Menzel, illusionsloser, affirmativ schreibender Geschichtsprofessor aus Berlin. Der Filmstoff stellt Fragen, thematisiert Autoritäten, prangert Opportunismus und politische Manipulation an. Der geistvoll psychologisch genau gezeichnete Film wird zur Parabel auf die DDR, in der Resignation, Unterwürfigkeit und Feigheit gegenüber den Mächtigeren zum Leben gehören. MÄRKISCHE FORSCHUNGEN (1981) wurde als bester DEFA-Film des Jahres 1982 ausgezeichnet.
Genre
Komödie
Land
Dauer
Deutschland
96
min
FSK
Jahr
ab 0
1982
Regie
Roland Gräf
Darsteller:innen
Hermann Beyer, Kurt Böwe, Jutta Wachowiak, Eberhard Esche, Michael Gwisdek