Mauern aus Sand

Marko glaubt, seinen Weg gefunden zu haben: In der Schule wird er als Sportler gefeiert, mit seiner
Freundin führt er eine stabile Beziehung, in der Werkstatt seines Vaters wartet ein guter Job. Er ist
einer, den alle mögen – und als es darum geht, sein kroatisches Heimatdorf vor einer Flut zu
schützen, stapelt er Sandsäcke, wie alle anderen auch. Doch dann taucht ein Freund aus der
Vergangenheit auf und weckt Gefühle, die Markos sorgsam zusammengebautes Selbstbild in Frage
stellen – und das Selbstverständnis der konservativen Dorfgemeinschaft gleich mit. „Mauern aus
Sand“ ist eine melancholisch erzählte Geschichte über das Erwachsenwerden und den aussichtslosen
Versuch, der Mensch zu sein, den andere in einem zu sehen glauben. Behutsam und frei von
Sentimentalität inszeniert Regisseurin Cejen Cernic Canak die Liebe als Naturgewalt, die sich ihren
Weg bahnt – so viele Dämme auch aufgeschüttet werden. Ein aufregendes, dabei ganz
unaufdringliches Stück junges queeres Kino, zeitlos schön.
